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Bruch

Konzert für zwei Klaviere, Suite nach russischen Volksmelodien

Mona u. Rica Bard (Klavier), Staatskapelle Halle, Ariane Matiakh

Capriccio (48‘)

Wertung: 6

Nein, ein Lieblingswerk der Klavierduos ist Bruchs spätes Konzert für zwei Klaviere nie geworden – auch wenn es immerhin schon vor Jahrzehnten von den Labéque-Schwestern diskografisch berücksichtigt wurde. Das in der ungewöhnlichen Tonart as-Moll stehende Stück ist ein aus Geldmangel angefertigtes Recycling-Produkt, aus einer viersätzigen Suite wurde ein Konzert, der auf vier Pianistenhände aufgeteilte Solopart war ursprünglich der Orgel zugedacht. Das merkt man auch dem Orchestersatz deutlich an, in dem schwere Klangmassen vor sich herbewegt werden, um dem machtvollen Gebaren des Kircheninstruments Paroli zu bieten. In der Neufassung haben Mona und Rica Bard bisweilen ihre liebe Not, sich gegen die sehr dominant auftretende Staatskapelle Halle durchzusetzen. Dennoch gelingt es ihnen selbst in den dramatisch aufgeladenen schnellen Sätzen, sich mit Verve und Hingabe in das Geschehen einzubringen. Die Höhepunkte der Aufnahme sind freilich die langsamen, lyrischen Abschnitte, die von den beiden Schwestern sehr beseelt, von wahrem romantischem Geist durchdrungen, gespielt werden.

Stephan Schwarz-Peters

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