Chopin

Klavierkonzert Nr. 2, Scherzi

Seong-Jin Cho (Klavier), London Symphony Orchestra, Gianandrea Noseda

Deutsche Grammophon (78‘)

Wertung: 8

Schon durch seinen Wettbewerbs-Sieg in Warschau 2015 hat sich Seong-Jin Cho zum offiziell bestätigten Chopin-Experten aufgeschwungen; für sein Haus-Label Deutsche Grammophon hat er bedeutende Werke des polnischen Komponisten bereits in der Vergangenheit eingespielt, und dass nach dem ersten Klavierkonzert (2016 mit dem LSO unter Gianandrea Noseda) irgendwann eine Aufnahme des zweiten folgen würde, war nur eine Frage der Zeit. Auch hier erweist sich Cho als kontrollierter, Leidenschaft und Genauigkeit in perfekter Harmonie austarierender Klangmaler, als überlegter, kluger Interpret der jungen Generation, der sich im richtigen Moment für den „großen Auftritt“ in Szene zu setzen weiß, der aber auch die Kunst des sich Zurücknehmens effektvoll beherrscht. Gerade im Zusammenspiel mit dem Orchester. Der Clou auf dem neuen Album sind jedoch die Scherzi, die mit ihren zahlreichen Tücken und Raffinessen Pianisten seit jeher vor echte Herausforderungen stellen. Cho verleiht seiner Interpretation Seele und Individualität, verwandelt die vier Stücke in fesselnde Miniaturdramen mit geradezu schwindelerregender Handlungs- und Stimmungsdichte.

Stephan Schwarz-Peters

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