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JOACHIM KÜHN

TOUCH THE LIGHT

Joachim Kühn (Klavier)

ACT | 47′

Bewertung: 8

Vor einiger Zeit fragte der ACT-Produzent Siggi Loch den Jazzpianisten Joachim Kühn, ob er sich nicht vorstellen könnte, mal ein reines Balladen-Album aufzunehmen. „Vielleicht, wenn ich 90 bin“, antwortete Joachim Kühn seinerzeit. Nun hat sich der mittlerweile 76-jährige Künstler doch ein paar Jahre früher an den Flügel seines Hauses auf Ibiza gesetzt und in drei Aufnahmesitzungen vom August 2019 bis zum Oktober 2020 13 kontemplative Stücke aus den verschiedensten Stilepochen eingespielt –  von Beethoven über Bill Evans bis hin zu Eigenkompositionen. Mit großem Stilgefühl leitet er vom zart interpretierten Hauptthema des Allegretto-Satzes aus Beethovens siebter Sinfonie in eine Improvisation über, während er den Rhythm-and-Blues-Klassiker Fever in knackig-perkussivem Staccato und mit vielen Blues-Licks darbietet. Prince’ Megahit Purple Rain atmet unter Kühns Händen den dösigen Charme eines Südstaaten-Songs, melancholisch und mit viel Klangsinn spielt er  wiederum den Redemption Song vom Reggae-König Bob Marley. Auch vom Altmeister des lyrischen Pianojazz Bill Evans hat Kühn etwas im Angebot:  Peace Piece, das er wunderbar sanft in debussyhaft-impressionistischem Ton interpretiert. „Hier steckt eine Menge Liebe drin. Und Freude“, bemerkte Kühn zu diesem Album. Das hört man in der Tat aus jedem Ton heraus.

Mario-Felix Vogt

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