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Labyrinth

Werke von Morricone, Satie, Ligeti , Bach u.a.

Khatia Bunatishvili (Klavier)

Sony (80‘)

Wertung: 8

Unter dem Titel „Labyrinth“ hat die Georgierin Khatia Buniathishvili ein sehr persönliches Album vorgelegt – eine Auswahl von Klavierstücken, die sie wie Teile eines Puzzles zu einem verschlungenen Ganzen zusammenfügt. Es speist sich aus Eindrücken und Erinnerungen der Kindheit, die sich in der Wahrnehmung der Erwachsenen spiegeln – die „Poyphonie des Lebens“, wie es Buniathishvili im Beiheft ausdrückt. Innerlichkeit, Traumhaftigkeit: Wie auf einem langen Atembogen getragen, der mit Ennio Morricones Deborah’s Theme einsetzt und, über Werke so unterschiedlicher Komponisten wie Ligeti, Rachmaninow, Bach, Pärt oder Brahms geführt, beim berühmten Marcello/Bach-Adagio endet, entfaltet sich über mehr als eine Stunde hinweg eine Atmosphäre der Konzentration und Stille. Bei aller Sinnlichkeit und Klangkultur, die so charakteristisch für die Pianistin sind, hat dieses Album etwas wohltuend Entschlacktes, fast Mönchisches, das seinen Höhepunkt im legendwären, kurz vor Schluss eingebauten 4‘33‘‘ von John Cage findet. Gerade in Zeiten des Rückzugs und angesichts heftig tobender Stürme (nicht nur im meteorologischen Sinne) bietet das Album eine Oase der Ruhe und Besinnung.

Stephan Schwarz-Peters

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