LUDWIG VAN BEETHOVEN

Diabelli-Variationen op.120

Jacob Leuschner, Klavier

Perfect Noise, 2018

Es gibt nicht viele Entstehungsgeschichten in der Musik, die so berühmt wurden wie die der Diabelli-Variationen. Als der Verleger und Komponist Anton Diabelli 1819 an die 51 berühmtesten Komponisten Österreichs einen kleinen Klavierwalzer von eigener Hand schickte und jeden um eine Variation bat, antworteten alle Komponisten und schickten die erbetene Variation. Alle, bis auf einen. Der Titan Beethoven wollte sich nicht einreihen und komponierte allein seine berühmten 33 Diabelli-Variationen. Diabelli veröffentlichte dann die 50 Variationen der anderen Komponisten in einem Band und Beethovens 33 in einem anderen. Die Strahlkraft dieser Werks geht bis heute und inspiriert zeitgenössische Komponisten wie Jörg Widmann oder Stefan Heucke. Es ist eines der größten und berühmtesten Werke der gesamten Klavierliteratur und verlangt seinem Interpreten alles ab. Jacob Leuschner kennt „seine“ Diabelli-Variationen ganz hervorragend: er hat sie bis in die letzten Winkel durchleuchtet. Dass man einiges anders interpretieren könnte, liegt in der Natur der Sache. Aber: De gustibus non est disputandum. Diese Aufnahme ist eine wertvolle Ergänzung für diejenigen, die die Variationen besser oder anders kennenlernen wollen. Man kann den ganzen Zyklus sicher etwas exzentrischer, radikaler interpretieren, man kann Gegensätze stärker herausarbeiten und man kann die Tempi kontrastreicher gegenüberstellen. Aber dann wären es nicht mehr Jacob Leuschners Diabelli-Variationen. Und sie sind absolut gültig in dieser vorliegenden Fassung.

Florestane Croche

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