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Beethoven

Variationen

Angela Hewitt (Klavier)

Hyperion (80‘)

Wertung: 9

Als „Requiem auf einen Flügel“ könnte man Angela Hewitts im Januar 2020 entstanden Aufnahme bezeichnen, ist es doch die letzte Album-Produktion, die die kanadische Pianistin an ihrem heißgeliebten Fazioli vollenden konnte – ehe er nach unsachgemäßem Transport in die ewigen Jagdgründe abberufen wurde. Immerhin darf er hier noch einmal seinen Teil zu einer, auch klanglich gut eingefangenen, meisterhaften Interpretation beitragen. Hewitt hat hier die im Schatten des alles überragenden Diabelli-Variationen stehenden „kleineren“ Zyklus in den Blick genommen: klar, konzise und pointiert gespielt, stehen dabei als bekannteste Exponate die c-Moll-Variationen WoO80 und die Eroica-Variationen im Zentrum. Intellektueller Scharfsinn und Spielfreude begegnen sich dabei auf einer gleichberechtigten Ebene, Hewitt manifestiert die Vorstellung des Variierens als konsequent vorangetriebene Transformation eines musikalischen Gedankens durch Entwicklung: ein Gedanke, der dank ihres offenen, schlackenbefreiten Spiels jederzeit nachvollziehbar bleibt. Auch in den kürzeren Zyklen wie den Variationen über God save the King oder Rule, Britannia verfolgt sie ihn konsequent, was dem Album einen sehr in sich bezogenen, geschlossenen Charakter verleiht. Sehr zu empfehlen.

Stephan Schwarz-Peters

 

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