Transitions

Werke von Kosenko u. Skrjabin

Igor Gryshyn (Klavier)

Orchid Classic (45‘)

Wertung: 7

Viktor Kosenko (1896-1938) kann sich an Prominenz nicht mit Komponistenkollegen seiner Zeit messen. Als Schöpfer virtuoser Klaviermusik ist er immerhin einigen Kennern bekannt – und dank Igor Gryshyns neuem Album vielleicht auch bald einer größeren Gemeinde von Musikliebhabern. Kraftvoll und gleichzeitig elegant, mit vorwärtsdrängender Beweglichkeit fließen die elf häufig in exotischen Tonarten gehaltenen Etüden op. 8 unter Gryshyns Händen voran. Die eher konservative Tonsprache, die ihre Ursprünge bei Chopin nicht verleugnet, wird dabei häufig durch ungewöhnliche harmonische Verläufe, bisweilen auch durch raffinierte harmonische Winkelzüge auf originelle Weise aufgemischt. In seinem auf Transparenz bedachten Spiel legt der deutsch-russische Pianist die Qualitäten dieser Musik offen – und setzt sie zum Abschluss der CD in einen stilistischen Zusammenhang mit Alexander Skrjabins 4 Préludes op. 22, die in ihrer Kürze wie ein aphoristisches Spiegelbild der zuvor gehörten Kosenko-Etüden wirkt. Zum fulminanten Abschluss erklingt mit der vierten Sonate op. 30 ein weiterer Skrjabin; eine insgesamt gelungene Interpretation, der man im Prestissimo-Finale jedoch mehr Feuer gewünscht hätte.

Stephan Schwarz-Peters

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